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Stimmtherapie bei Dysphonie

Die Stimmtherapie befasst sich mit den stimmlichen Fähigkeiten einer Person. Gearbeitet wird an der Atmung (in den Bauch atmen), der Phonation (Stimmgebung, Erzeugen einer höheren Stimmresonanz) und der Artikulation (präzise Aussprache).

 

Störungen in diesem Bereich können einerseits funktionell durch eine hohe stimmliche Belastung (Lehrerberufe) oder andererseits durch organische Dysfunktionen (Tumore, Neck Dissection) entstehen. Gerade im letzteren Gebiet steht die Anbahnung von Kompensationsmechanismen (z.B. Bildung einer Ersatzstimme, Üben des Gebrauchs elektronischer Sprechhilfen) im Vordergrund.

 

Sprechtherapie bei Dysarthrien

In der Sprechtherapie wird die Verständlichkeit wiederhergestellt, indem die Lautstärke gesteigert, die Zungenmotorik und deutliches Artikulieren trainiert sowie normale Betonung anhand von Texten erarbeitet werden.

 

Dysarthrien sind Sprechstörungen, die in Zusammenhang mit dem Nervensystem stehen und bei denen die Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen beeinträchtigt ist. Betroffen sind Atmung, Stimmgebung, Artikulation und Betonung. Auswirkungen:

  • sehr leises Sprechen
  • kurze Sätze, weil die Luft nicht reicht
  • monotones Sprechen
  • ständiger, unkontrollierbarer Wechsel zwischen laut und leise
  • unverständliches Sprechen, weil die Zunge zu weit hinten im Mund liegt
  • veränderte Betonung des Stimmklangs, wirkt wie alkoholisiert

Diese Patienten haben oft einen hohen subjektiven Leidensdruck, weil sie infolge unverständlichen Sprechens nicht verstanden werden.

 

Sprachtherapie bei Aphasie

Ziele der Sprachtherapie sind:

  • Aufbau des Sprachverständnisses
  • Anbahnung sprachlicher Äußerungen
  • Verbesserung der Wortfindung
  • Erarbeiten grammatischer Strukturen
  • Verbesserung des Textverstehens und der Textproduktion
  • Anbahnung nonverbaler Kommunikationsmöglichkeiten (Kommunikationsbuch) und Aufbau von Kommunikationsstrategien (Gestik, Zeichnen)

 

Die Aphasie ist eine durch das Nervensystem bedingte sprachsystematische Sprachstörung, bei der das Sprachverstehen, das Sprechen, das Lesen und das Schreiben beeinträchtigt sind. Die Störungen können verschieden ausgeprägt sein: von einer leichten Störung der Wortfindung (amnestische Aphasie) bis zum geringen Sprachverstehen und der Bildung nur weniger Worte und Floskeln (globale Aphasie). Auch diese Patienten zeigen einen enormen subjektiven Leidensdruck, denn sie wissen vielleicht was sie sagen wollen, aber sie finden die Wörter dafür nicht. Manche Patienten verstehen so wenig, dass sie kaum ein Gespräch verfolgen können.

 

Therapie bei Dysphagie

Aufgabe der Therapie bei Schluckstörungen ist es, den normalen Schluckablauf wieder herzustellen.

 

Dysphagien treten nach Schädigungen des Nervensystems oder organisch bedingten Dysfunktionen auf. Der Patient wird in der Therapie angeleitet, selbstständig Nahrung aufzunehmen. Die Nahrungsaufnahme muss so gesichert sein, dass der Patient sich nicht verschluckt, weil er sonst eventuell eine Aspirationspneumonie entwickelt.

 

Bei Patienten mit organisch bedingten Schluckstörungen hilft oft schon die konsequente Anwendung kompensatorischer Strategien.

 

Bei neurologischen Patienten sollte der normale Schluckakt angebahnt werden. Meist besteht eine Beeinträchtigung der Sensibilität im Schlucktrakt, d.h., der Patient spürt nicht wenn Nahrungsreste auf den Stimmlippen liegen. Später können diese in die Luftwege gelangen. Viele Patienten haben aber auch nicht die Kraft, die Reste hochzuhusten.